Mainz hat weit überwiegend friedlich und fröhlich in das neue Jahr 2026 hineingefeiert, die Mainzer Polizei jedenfalls meldete einen weitgehend friedlichen Jahreswechsel. Anders die Mainzer Feuerwehr: Sie hatte einen Großkampftag in der Silvesternacht: 28 Einsätze, darunter zahlreiche Mülltonnenbrände, ein verheerender Wohnungsbrand in Mainz-Finthen sowie der Großeinsatz auf dem Pferdehof in Hechtsheim. Landesweit meldeten die Polizeidienststellen dagegen eine Verdoppelung der Straftaten, das Wichtigste dabei: Zu Angriffen auf Einsatzkräfte kam es in Mainz wieder einmal nicht.

Friedlicher Jahresstart in Mainz, aber einsatzreiche Nacht für die Feuerwehr Mainz. - Video: Feuerwehr Mainz, Screenshot: gik
Friedlicher Jahresstart in Mainz, aber einsatzreiche Nacht für die Feuerwehr Mainz. – Video: Feuerwehr Mainz, Screenshot: gik

Bundesweit überschlugen sich die Medien mit Schlagzeilen über Angriffe auf Polizeikräfte sowie Verletzungen und sogar Tote durch Silvesterfeuerwerk – tatsächlich aber blieben diese Ereignisse auf wenige Städte im Bundesgebiet beschränkt. Berlin war wieder einmal der unrühmliche Hotspot in Sachen Feuerwerk mit Angriffen auf Polizeikräfte, auch in Frankfurt, Leipzig, Hamburg und Bremen. Nicht so in Mainz: Hier meldete die Polizei eine „weitestgehend friedliche Silvesternacht“ mit lediglich einigen „feiertypischen Einsatzlagen“ aufgrund von übermäßigem Alkohol.

Im Gegensatz zu den vorherrschenden Schlagzeilen feierte der Großteil der Republik friedlich und fröhlich, ohne Gewalt oder Angriffe, in das neue Jahr hinein. Das große Problem dabei lautet aber auch in Mainz wie anderswo: Brände. Die Feuerwehr Mainz meldete eine „einsatzreiche und kräftezehrende Silvesternacht“, die in dem Großbrand auf dem Pferdehof in Mainz-Hechtsheim gipfelte. Es war aber leider nicht der einzige Brand im Stadtgebiet: Insgesamt habe man rund um den Jahreswechsel 28 Einsätze abarbeiten müssen, darunter mehrere größere Lagen, meldete die Feuerwehr.

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Mülltonnenbrände, Balkonbrand und Wohnungsbrand in Finthen

Manche der Einsätze erwiesen sich zum Glück als harmlos, wie etwa ein Gasgeruch oder ein vermeintlicher Dachstuhlbrand, auch ein ausgelöster Rauchmelder führte zu keinem Schaden. In Gonsenheim löschten Einsatzkräfte brennende Gegenstände auf einer Dachterrasse in der Bürgermeister-Alexander-Straße mit einer Gießkanne der abwesenden Bewohner. Zusätzlich kam es aber auch zu elf Mülltonnenbränden sowie zwei kleineren Vegetationsbrände, offenbar alle durch Feuerwerk ausgelöst. Alle konnten zügig gelöscht werden.

Löscharbeiten der Feuerwehr Mainz in der Silvesternacht am Pferdehof in Mainz-Hechtsheim. - Foto: Feuerwehr Mainz
Löscharbeiten der Feuerwehr Mainz in der Silvesternacht am Pferdehof in Mainz-Hechtsheim. – Foto: Feuerwehr Mainz

Schlimm hingegen entwickelten sich zwei Brände: In einem Hochhaus am Sertoriusring in Mainz-Finthen entstand aus einem Balkonbrand ein Zimmerbrand, der eine Drei-Zimmer-Wohnung völlig vernichtete.  Beim Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehr Finthen habe ein Balkon im ersten Obergeschoss in Vollbrand gestanden, so der Bericht, das Feuer hatte bereits auf die angrenzende Wohnung übergegriffen. Mehrere Bewohner hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt selbstständig verlassen.

Wegen der starken Rauchentwicklung wurde das gesamte Gebäude vorsorglich geräumt, 71 Bewohner mussten deshalb in der Neujahrsnacht ihre Wohnungen verlassen. Zur Betreuung kamen Einsatzkräfte des medizinischen Katastrophenschutzes zum Einsatz, zwei Busse der Verkehrsbetriebe dienten als vorübergehender Aufenthaltsort für die Betroffenen.

Die betroffene Wohnung ist nicht mehr bewohnbar, der entstandene Sachschaden wird auf rund 70.000 Euro geschätzt. Eine in der Wohnung befindliche Katze starb infolge des Brandes. Zur Ausbreitung trug offenbar bei, dass sich auf dem Balkon unter anderem eine Gasflasche befand, aus der bereits Gas abströmte, sowie mehrere kleine Druckgasbehälter. Zur Unterstützung bei den Paralleleinsätzen im Stadtgebiet rückten Feuerwehren aus Alzey, Nieder Olm und Wiesbaden vor allem in Hechtsheim an.

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Pferdehof in Hechtsheim: Glutnester am Freitag im Dach entdeckt

Parallel zum Einsatz in Finthen wurde die Feuerwehr dann auch noch zu dem Hallenbrand auf einem Pferdehof in Hechtsheim gerufen, hier konnten die Rettungskräfte zum Glück rechtzeitig 15 Pferde aus dem brennenden Stall retten – mehr dazu hier bei Mainz&. Zur Ursache des Feuers äußert sich die Mainzer Feuerwehr bis heute nicht, der Verdacht, dass eine Silvesterrakete oder ein Böller den Unrat neben dem Stall entzündet haben könnte, liegt aber angesichts des Ausbruchs des Feuers gegen 2.00 Uhr morgens nahe.

Der dramatische Großbrand auf dem Pferdehof Kerz hat den Pferdestall zerstört. - Foto: Feuerwehr Mainz
Der dramatische Großbrand auf dem Pferdehof Kerz hat den Pferdestall zerstört. – Foto: Feuerwehr Mainz

Erst gegen 12.10 Uhr am Neujahrsmorgen konnte bei dem Einsatz „Feuer aus“ gemeldet werden, der Einsatz der Feuerwehr Mainz wurde gegen 13.10 Uhr beendet – und musste am Freitag gleich mal fortgesetzt werden: Bei einer Brandnachschau am Freitag gegen 14.40 Uhr wurden zwei Glutnester im Dachbereich an zwei Stellen gefunden, die gelöscht werden mussten. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Die Pferde kamen bei Nachbarställen unter und können vorerst nicht zurückkehren.

Einen Auswuchs in Sachen Feuerwerk gab es dann noch am Donnerstagabend: Gegen 22.30 Uhr zündeten bislang unbekannte Täter in einem Mehrparteienhaus in der Abraham-Lincoln-Straße im Mainzer Stadtteil Hartenberg-Münchfeld Pyrotechnik im Hausflur. Nach derzeitigem Erkenntnisstand entzündeten der oder die Täter eine sogenannte Pyrobatterie im Eingangsbereich des Treppenhauses. Ein Anwohner wurde durch den Knall auf die brennende Pyrobatterie aufmerksam, schob sie noch mit dem Fuß aus dem Gebäude und löschte das Feuer. Der Flurbereich wurde an Boden und Decke sowie der Eingangstür beschädigt, die Polizei Mainz sucht nun Zeugen und Täter.

Info& auf Mainz&: Mehr zu dem Einsatz auf dem Pferdehof Kerz in Mainz-Hechtsheim lest Ihr hier bei Mainz&.