Er ist das größte Treffen einer regionalen Wirtschaft in Deutschland, und jedes Jahr kommen hochkarätige Redner, um eine Impulsrede zu halten: Der Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz ist ein echtes Gesellschaftsereignis. Zu dem Event laden 15 Kammern und Institutionen der rheinland-pfälzischen Wirtschaft ein, 2026 ist Landtagswahl in Rheinland-Pfalz – und die ausrichtende IHK Rheinhessen wird diplomatisch: Gastredner wird nämlich 2026 Ex-EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein.

Jahresempfang der Wirtschaft in der Mainzer Rheingoldhalle 2025: mehr als 3000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft. - Foto: gik
Jahresempfang der Wirtschaft in der Mainzer Rheingoldhalle 2025: mehr als 3000 Vertreter aus Politik und Wirtschaft. – Foto: gik

Mit mehreren tausend Gästen aus der mittelständischen Wirtschaft zählt der Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz „zu den Großereignissen Landeshauptstadt mit bundesweiter Strahlkraft“, betont die Industrie- und Handelskammer (IHK) Rheinhessen, einer der 15 Ausrichter des Treffens. Immer zu Jahresbeginn treffen sich dabei in der Mainzer Rheingoldhalle Vertreter von Wirtschaft, Politik und Stadtgesellschaft, um über den Zustand der Wirtschaft und die notwendigen Maßnahmen zu diskutieren.

De Impulsvortrag halten dabei stets wichtige Persönlichkeiten der Politik oder Wirtschaft, dazu gehörten in der Vergangenheit unter anderem die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Olaf Scholz (SPD) als Bundesfinanzminister und 2024 Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Dialogpartner waren auch schon die Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD), Michael Glos (CSU) und Rainer Brüderle (FDP) ebenso wie die Parteivorsitzenden Christian Lindner (FDP) und Sigmar Gabriel (SPD) oder der damalige Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

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Thema „Make Europe Great Again“ – Jean-Claude Juncker kommt

2025 kam niemand Geringeres als der wenige Wochen später zum Bundeskanzler gewählte Friedrich Merz (CDU), der warnte, „das Geschäftsmodell der Bundesrepublik Deutschland ist nun endgültig am Ende.“ Deutschland verliere seit etwa 15 Jahren industrielle Wettbewerbsfähigkeit auf der Welt, die Produktivität pro Kopf sei stark gesunken, analysierte Merz – und fragte provokativ: Warum sage Europa nicht selbstbewusst „We Make Europe Great Again?“

Der heutige Bundeskanzler Friederich Merz (CDU) im Januar 2025 auf dem Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz. - Foto: gik
Der heutige Bundeskanzler Friederich Merz (CDU) im Januar 2025 auf dem Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz. – Foto: gik

Darum geht es nun auch 2026: Am 2. Februar 2026 werde der ehemalige Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, Ehrengast sein, teilte die IHK Mainz-Rheinhessen nun mit. Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam die Zukunft Europas gestalten – Innovation, Wirtschaft und Zusammenarbeit“ werde Juncker „Impulse zu den zentralen Herausforderungen und Chancen geben, die Europa in den kommenden Jahren prägen“, so die Ankündigung weiter. Juncker gehört zu den „großen Europäern“ des Kontinents, der langjährige Luxemburgische Premier hat stets für mehr Einigung und Zusammenarbeit gestritten.

„Wir freuen uns außerordentlich, dass Jean-Claude Juncker unsere Einladung angenommen hat“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Karina Szwede im Namen der Veranstalter: „Seine europäische Weitsicht macht ihn zu einem herausragenden Keynote-Speaker für unseren Jahresempfang – und wir setzen damit ein deutliches Zeichen für Europa.“ Vor allem aber hält sich die IHK samt Mitveranstaltern damit höchst diplomatisch aus dem Landtagswahlkampf in Rheinland-Pfalz heraus: Am 22. März 2026 wird ein neuer Landtag in Mainz gewählt, erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU.

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Ministerpräsident Alexander Schweitzer auf dem Podium

Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ist traditionell bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern von Freien Berufen und Wirtschaftsverbänden geladen – 2025 bekam der Ministerpräsident kräftigen Gegenwind: Das Land brauche dringend eine Kehrtwende, die Herausforderungen für die Wirtschaft in Deutschland seien enorm, die Politik müsse dringend ihre Kraft zur Lösung von Problemen einsetzen, und „vom Reden ins Handeln kommen“ – genützt hat es nicht viel: Die neue schwarz-rote Regierung in Berlin streitet weiter, die rheinland-pfälzische Ampel kommt auch nicht Recht ins Gestalten.

Schweitzer selbst lehnte im Juni dazu auch noch eine Senkung des Strompreises für alle, wie eigentlich versprochen, ab, der SPD-Mann kämpft für einen Industriestrompreis, eine Entlastung für Mittelstand und Familien – Fehlanzeige. CDU-Herausforderer Gordon Schnieder hingegen fordert seit Monaten, die Entlastung für alle müsse kommen, durchsetzen konnte er sich damit bisher nicht. Genug Diskussionsstoff also für den Jahresempfang der Wirtschaft – zwei Wochen vor Rosenmontag und gut sieben Wochen vor der Landtagswahl.

Info& auf Mainz&: Mehr zum Jahresempfang der Wirtschaft in Mainz im Januar 2025, und wie Friedrich Merz hier empfangen wurde, könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.

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