Das Mainzer Taubertsbergbad soll noch in diesem Jahr fertig werden, das kündigte der neue Mainzer Finanzdezernent Daniel Köbler am Dienstag in seiner 100-Tage-Bilanz an. Das städtische Schwimmbad wird seit 2018 in großem Stil umgebaut, das neue Sport- und Familienbad sollt eigentlich Ende 2025 fertig werden, doch dann kündigte der Bauträger Karrié Bau völlig überraschend Insolvenz an. Nun sei der Umbau auf einem guten Weg, sagte Köbler.

Das Taubertsbergbad liegt mitten in der Mainzer Innenstadt und ist das einzige verbliebene Schwimmbad der Landeshauptstadt in städtischer Eigenregie – das Bad am Hang des Taubertsbergs oberhalb des Mainzer Hauptbahnhofs hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Schon mehrfach rutschten das Bad und seine Betreiber in die Insolvenz, nach der letzten großen des Vorbesitzers Deyle im Oktober 2016 hatte die Stadt Mainz das Bad wieder in städtischer Regie unternommen, seither wird es als Tochtergesellschaft der Mainzer Stadtwerke geführt.
Im Oktober 2018 beschloss die Stadt den Abriss und kompletten Neubau des maroden alten Bades – seither wird am Taubertsberg ein kombiniertes Sport- und Familienbad auf der einen Seite sowie ein großzügigerer Sauna- und Wellnessbereich auf der anderen Seite gebaut. Fertig werden sollte das neue Bad Ende 2025, doch erneut erwies sich, dass die Stadt Pech mit ihrem Generalunternehmer hatte: Auf der Zielgeraden stellte völlig überraschend die Karrié Bau am 20. Oktober 2025 einen Insolvenzantrag.
Sanierung des Bades seit 2026 in Eigenregie der Stadtwerke
Danach herrschte erst einmal Stillstand am Taubertsberg, Anfang März 2026 verkündeten die Mainzer Stadtwerke dann, man werde die im November abgebrochene Sanierung und Modernisierung des Bades jetzt in Eigenregie durchführen. Neuer Projektsteuerer wurde die ÜWG Engineering GmbH, eine 100-prozentige Tochter der Überlandwerke Groß-Gerau, eigentlich Spezialist für Stromanschlüsse, Photovoltaik und Straßenbeleuchtung.

Eines der Probleme bei der Fortführung der Arbeiten: Der Insolvenzverwalter von Karrié Bau kündigte an, die Verträge mit den Subunternehmern nicht fortführen zu wollen, viele hatten aber bereits wesentliche Arbeitsleistungen in dem Bad erbracht – manchen drohte in der Folge selbst die Insolvenz. Zwei der Subunternehmer hatten sich im Dezember 2025 mit einem verzweifelten Hilferuf an die Stadt Mainz und Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos) gewandt – Hilfe bekamen sie nicht. Die Stadt erklärte sich für nicht zuständig, den betroffenen Unternehmen könne man auch nicht unter die Arme greifen, hieß es.
Am Dienstag hatte der neue Mainzer Finanzdezernent Daniel Köbler zu einer Bilanz seiner ersten 100 Tage im Amt geladen, Köbler trat im März die Nachfolge des in Ruhestand gegangenen langjährigen Mainzer Finanzdezernenten Günter Beck (Grüne) an, und ist als Beteiligungsdezernent auch für die Stadtwerke und ihre Tochtergesellschaften zuständig. Der Neue im Amt verriet dabei, er habe die Taubertsbergbad-Baustelle bereits zwei Mal besichtigt – die Nachrichten seien positiv.
Köbler: Taubertsbergbad soll in der zweiten Hälfte 2026 fertig werden
„Die Baustelle geht wieder voran“, sagte Köbler, „wir gehen davon aus, dass wir noch in diesem Jahr das Bad wieder zur Verfügung haben.“ Als Zeitpunkt nannte Köbler vage „im zweiten Halbjahr“, im März hatten die Stadtwerke angekündigt, man wolle „die gesamte Anlage im Herbst 2026 in Betrieb zu nehmen und den Schulen, Vereinen und der Öffentlichkeit nach den Sommerferien das Sport- und Familienbad zur Verfügung stellen.“ Ob das gelingt, ließ Köbler offen.

Bis dahin müssen die Mainzer weiter mit einem Bad auskommen, das im Mischbetrieb agiert: An diesem Mittwoch startet das Taubertsberg zwar in die Freiluftsaison, doch das gesamte Freibad steht dabei weiter nicht zur Verfügung, weil ein Teil der Becken noch immer von der Traglufthalle überwölbt wird. Mit der Halle hält das Bad im Winter den Schwimmbetrieb aufrecht, solange das Sportbad weiter nicht zur Verfügung steht. Die Traglufthalle soll nun vom 15. bis 19. Juni 2026 abgebaut werden – solange muss das Schwimmbad komplett geschlossen werden.
Mitten in der Sommersaison steht den Mainzer damit nur ein einziges Schwimm- und Freibad zur Verfügung: Das Bad in Mainz-Mombach. Denn das hochgradig beliebte Freibad auf der Maaraue bei Mainz-Kostheim bleibt in diesem Jahr komplett geschlossen – das 1965 eröffnete und denkmalgeschützte Freibad muss generalsaniert werden. Die Schließung dürfte die Schwimmbad-Lage in Mainz noch weiter verschärfen, die Landeshauptstadt ist mit Schwimmmöglichkeiten für heiße Tage ohnehin nicht übermäßig üppig ausgestattet.
Auf die Frage, ob die Mainzer Stadtwerke mit der Insolvenz von Karrié Bau nun selbst Geld verloren hätten, sagte Köbler: „Die Insolvenz betrifft die Stadt Mainz in keinster Weise.“ Die Baustelle werde in Eigenregie betrieben, es sei zudem auch gelungen, „den ein oder anderen Betrieb direkt und nahtlos“ wieder zu beauftrage, um die Arbeiten am Bad weiter zu führen. „Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgehen, dass es das Ergebnis bei den der Mainzer Taubertsberg GmbH beziehungsweise den Mainzer Stadtwerken nicht belasten wird“, fügte der Finanzdezernent hinzu.
Info& auf Mainz&: Einen ausführlichen Bericht zu der Insolvenz des Taubertsbergbad-Bauträgers und den Nöten der Subunternehmer könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.






