Der Abbruch des alten Gutenberg Museums am Mainzer Dom läuft auf Hochtouren, doch wie genau wird das neue Museum eigentlich aussehen? Dazu lädt die Stadt Mainz am heutigen Dienstag, den 18. November 2025 zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ein. Dabei sollen erste Einblicke gegeben werden, wie die Ausstellung im neuen Gutenberg-Museum künftig aussehen könnte. Mitte November hatte die Stadt ein neues „Szenographiekonzept“ vorgestellt, das soll nun der Bevölkerung erläutert werden. Heraus kommen soll ein Museum der lebendigen Geschichte für den „Man of the Millenium“.

Ende 2024 schloss das alte Gutenberg Museum am Mainzer Dom für immer seine Tore, der alte Schellbau hatte ausgedient. Seit Mai 2025 wird der alte Bau abgerissen, um Platz für ein modernes neues Museum zu machen – die bahnbrechende Erfindung des Mainzer Buchdruckers Johannes Gutenberg, den Buchdruck mit beweglichen Lettern zu revolutionieren, soll endlich angemessen gewürdigt werden. Dafür braucht es neben einem ansprechenden Neubau natürlich auch ein inhaltliches Konzept – und das wird an diesem Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Jede bauliche Hülle muss mit Leben gefüllt werden, die Szenografie ist neben der
baulichen Konzeption mehr als nur ein hübsches Bühnenbild – sie ist die Kernbotschaft“, sagte Bau- und Kulturdezernentin Mitte November bei einer ersten Präsentation gegenüber der Presse – und diese „Szenographie“ müsse bereits zu Beginn eines solchen Jahrhundert-Projekts definiert werden. „Architektur und Szenografie müssen bei einem Neubauprojekt aufeinander abgestimmt sein“, betonte Grosse. Das sei „eine große Chance, um die Ausstellung lebendig und zugänglich zu gestalten“, und das werde mit dem neuen Konzept „ganz wunderbar gelingen wird.“
Neues Ausstellungskonzept mit eingekippten Wänden
Die Entwürfe und gestalterischen Ideen zum Ausstellungsdesign wurden von der
renommierten Agentur Facts and Fiction GmbH aus Köln und Berlin entwickelt, die Agentur hatte 2024 die Ausschreibung für die Innengestaltung des Gutenberg-Museums gewonnen. Grosse sprach von einem „Meilenstein“, Facts and Fiction habe „ein perfektes gestalterisches Pendant“ für die architektonischen Pläne des Stuttgarter Büros h4 gefunden, die 2022 die Ausschreibung für die Architektur des Neubaus gewonnen hatten.

Das neue Gutenberg Museum soll eine gefaltete Dachlandschaft bekommen, dieses Prinzip der gefalteten Architektur greife nun auch das Konzept von Facts and Fiction auf. „Falz und Faltung“ sollen nun ebenso in den einzelnen Ausstellungsräumen zum Tragen kommen, Exponate durch eingestellte, leicht eingekippte Wände in Szene gesetzt werden – so sollen „beeindruckende Schauflächen für die innenliegenden Objekte“ entstehen.
„Das Ausstellungsdesign ist ein einzigartiges Zusammenspiel aus Tradition und Innovation“, sagte die stellvertretende Direktorin des Gutenberg-Museums, Anett Göthe. Die Gäste dürften sich „auf eine visuelle Inszenierung freuen, die eine breite Öffentlichkeit anspricht.“ Dabei würden auch klare Akzente auf Interaktivität gesetzt, wie das aussehen kann, zeigt derzeit schon die Interimsausstellung „Gutenberg-Museum MOVED“ im Naturhistorischen Museum. „Diesen Ansatz führen wir im Neubau fort, und haben dies auch klar im Ausschreibungsverfahren kommuniziert“, betonte Göthe. Das neue Konzept werde „den Anforderungen an ein modernes Museum mehr als gerecht“ und ein ganz neues Bildungserlebnis ermöglichen.
Immersive Auftaktinszenierung: Eintauchen in Gutenbergs Welt
Die Agentur Facts and Fiction sei „bekannt für die Verbindung von räumlicher Dramaturgie, lebendiger Präsentation der Schauobjekte und digitaler Interaktion“, lobt man in Mainz. Die Agentur habe bereits die multimediale Ausstellung „Berlin Global“ im Humboldt-Forum in Berlin sowie die neue Dauerausstellung im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum gestaltet. Museales Storytelling werde dabei durch eine partizipative Museumsvermittlung ergänzt, lobt man in Mainz.

Dieser Weg sei auch im Gutenberg-Museum geplant: Ein interaktives Tool soll durch die Ausstellung leiten und an verschiedenen Aktionsinseln die Gäste dazu einladen, nach dem Mehrsinne-Prinzip individuell das Museum zu erleben. Eine immersive Auftaktinszenierung soll zudem den Gast in das mittelalterliche Mainz um 1450 eintauchen lassen und das Museum zum Erlebnisraum machen. Immersive Bilderwelten, die den Besucher optisch mitten in eine animierte Szenerie werfen, sind derzeit hoch in Mode, in Mainz war zuletzt auf diese Weise die Ausstellung „Van Gogh“ zu sehen.
Wie das neue Konzept aussieht, könnt Ihr Euch heut selbst ansehen: Im LEIZA Zentrum für Archäologie gibt es heute Abend eine Bürgerinformations-Veranstaltung, auf der Facts and Fiction ihre Entwürfe selbst vorstellen. Los geht’s um 18.00 Uhr, mit dabei sind auch Oberbürgermeister Nino Haase (parteilos), Bau- und Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) sowie Museumsdirektor Ulf Sölter. Informiert wird dann auch über die aktuellen Bauarbeiten auf dem Liebfrauenplatz – Möglichkeit zu Fragen gibt es auch.
Info& auf Mainz&: Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag, 18. November 2025, 18.00 Uhr im Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA), Ludwig-Lindenschmit-Forum 1 in Mainz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr dazu, wie die Interimsausstellung „Gutenberg MOVED“ aussieht, könnt Ihr hier bei Mainz& sehen und lesen.
Infoveranstaltung „Neubau und Modernisierung Gutenberg-Museum“
am Dienstag, 18.11.2025, LEIZA
17.30 Uhr: Einlass
18.00 Uhr: Beginn der Veranstaltung
21.00 Uhr: geplantes Ende der Veranstaltung
Moderation: Stefanie Zellmann






