Großes Aufatmen am Abend in Mainz und Wiesbaden: Die Beschädigung der Behelfsbrücke an der Autobahn A643 zwischen der Schiersteiner Brücke und dem Autobahnkreuz Wiesbaden-Schierstein ist nicht so schlimm wie befürchtet. Die Sperrung könne kurzfristig wieder aufgehoben werden, teilte die Autobahn GmbH des Bundes am Mittwochabend mit. Die Brücke war am Mittwochmittag sehr kurzfristig gesperrt worden, das hatte ein enormes Verkehrschaos ausgelöst – gerade auch in der Mainzer Innenstadt.

Die A643 zwischen Schiersteiner Brücke und Schiersteiner Kreuz bei Wiesbaden soll ab Donnerstagfrüh wieder befahrbar sein. – Foto: Autobahn GmbH
Die A643 zwischen Schiersteiner Brücke und Schiersteiner Kreuz bei Wiesbaden soll ab Donnerstagfrüh wieder befahrbar sein. – Foto: Autobahn GmbH

Am Mittwoch hatten Experten der Autobahn GmbH des Bundes Schäden an einer Behelfsbrücke der Autobahn A643 festgestellt, die sich im Bereich Hagenauer Straße in Wiesbaden befindet. Offenbar waren die Schäden so gravierend, dass die Autobahn GmbH die Behelfsbrücke umgehend sperrte – dumm nur: Damit war die Verlängerung der Schiersteiner Brücke zum Autobahnkreuz Schierstein in Fahrtrichtung Wiesbaden komplett gesperrt.

Die Folge: Ein Verkehrschaos, das die gesamte Region Mainz-Wiesbaden betraf. Der Verkehr musste hinter der Schiersteiner Brücke – die nicht betroffen war – an der Ausfahrt Äppelallee die Autobahn verlassen und wurde durch die Ortsteile Schierstein und Biebrich zur A66 geleitet, damit brach hier der Verkehr komplett zusammen. Autofahrer berichteten in den sozialen Netzwerken, sie hätten allein von der Äppelallee bis zur A66 2,5 (!) Stunden gebraucht, auch auf der A643 aus Richtung Mainz bildete sich ein kilometerlanger Rückstau.

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Verkehr in der Mainzer Innenstadt brach komplett zusammen

Das war aber noch nicht alles: Auch in der gesamten Mainzer Innenstadt brach daraufhin der Verkehr komplett zusammen. Die Umleitung für die Sperrung führte zwar über den Mainzer Ring und die Weisenauer Brücke, doch auch die war in kürzester Zeit komplett überlastet. Demzufolge versuchten zahlreiche Autofahrer, einen Weg durch die Mainzer Innenstadt zur Theodor-Heuss-Brücke zu finden – mit erheblichen Folgen: Weil die Stadt Mainz vor einigen Wochen den Abfluss via Große Bleiche kappte – Stichwort „Modalfilter“ – liefen sämtliche Seitenstraßen im Bleichenviertel voll.

Im Mainzer Bleichenviertel ging bis in die kleinsten Seitenstraßen hinein am frühen Mittwochabend gar nichts mehr. - Foto: privat
Im Mainzer Bleichenviertel ging bis in die kleinsten Seitenstraßen hinein am frühen Mittwochabend gar nichts mehr. – Foto: privat

Auf Hinterer Bleiche und Mittlerer Bleiche, auf der Gärtnergasse und im gesamten Bleichenviertel ging über Stunden nichts mehr. Auf der Bauhofstraße bewegten sich Busse gar nicht mehr vorwärts, die Fahrer ließen schließlich die Fahrgäste aussteigen, die sich zu Fuß weiter bewegten – wohin auch immer: Auch im Öffentlichen  Nahverkehr ging in Mainz nichts mehr. Auf der Saarstraße reichte der Rückstau bis hinauf zur Johannes-Gutenberg-Universität – in Mainz herrschte Stillstand, weil nichts mehr abfließen konnte, und Kaiserstraße und Rheinachse völlig überlastet waren.

Die gute Nachricht bei alledem: Das Chaos hat bereits am Donnerstag ein Ende: Die Sperrung der A643 könne bereits am Donnerstagfrüh um etwa 5.00 Uhr aufgehoben werden, teilte am Abend die Autobahn GmbH mit. „Die kurzfristig an der Behelfsbrücke aufgetretenen Schäden konnten mittlerweile behoben werden“, heißt es weiter, das verbaute Material müsse nun „noch für einige Stunden aushärten“ – danach stünden dem Verkehr auf der A643 in Fahrtrichtung Wiesbaden/Frankfurt wieder drei Fahrstreifen zur Verfügung, ebenso die Verbindungsrampen im Autobahnkreuz Schierstein zur A66 in den Fahrtrichtungen Frankfurt und Rüdesheim.

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Behelfsbrücke streikte: Ursache lockere Schrauben?

Zur Ursache äußerte sich die Autobahn GmbH nicht konkret: Unter Verkehrsbelastung habe sich gezeigt, „dass die Behelfsbrücke an einigen Punkten verstärkt werden musste“, heiß es leidglich. Der Umfang dieser Arbeiten sei glücklicherweise geringer gewesen, als zunächst angenommen, sodass man sie in den Nachmittagsstunden des Mittwochs habe ausführen können. Ein SWR-Reporter hatte am Abend in den Landesnachrichten berichtet, in dem Behelfsbauwerk hätten sich unter dem Druck von LKW-Belastungen Schrauben gelockert – ob dem so war, ließ sich am Abend nicht mehr verifizieren.

Die neue Schiersteiner Rheinbrücke war bereits 2023 fertig geworden, seither konzentrieren sich die Arbeiten auf den sechsspurigen Ausbau der sich auf Wiesbadener Seite anschließenden Vorlandbrücke – hier soll die A643 auf rund 900 Metern Länge bis zum Schiersteiner Kreuz sechsspurig ausgebaut werden. Dabei kommen auch Behelfsbrücken über die verschiedenen Wiesbadener Stadtstraßen zum Einsatz, wie jetzt diejenige, die Probleme machte. Der Ausbau soll bis Mitte 2028 fertig sein.

Auf Mainzer Seite gibt es dagegen weiter kein Baurecht für den dringend notwendigen Neubau der Vorlandbrücke bei Mainz-Mombach – mehr dazu haben wir ausführlich hier bei Mainz& berichtet.

Info& auf Mainz&: Die ganze Geschichte um die gesperrte A643 und die Konsequenzen könnt Ihr noch einmal hier bei Mainz& nachlesen.

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