Am Freitag hatte die Politik noch eindringlich gewarnt, am Sonntag war es bereits so weit: Mainz hat bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus die Schwelle von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner gerissen. Die Stadt Mainz habe bei der 7-Tage-Inzidenz mit einem Wert von 57 den Signalwert des Corona-Warn- und Aktionsplans überschritten, teilte die Landesregierung am Sonntag mit. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) warnte, die Lage sei ernst: „Es sind nun entscheidende Tage“, betonte sie, „nur wenn wir unsere Kontakte reduzieren und die AHA-Regeln befolgen, können wir das Virus ‚aushungern‘.“ Und die Ministerpräsidentin droht mit einem neuen Lockdown, sollte die Kurve weiter explodieren.

Dunkelorange - die Corona-Ampel droht für Mainz auf Rot zu springen - es gibt zu viele Neuinfektionen. - Foto: gik
Dunkelorange – die Corona-Ampel droht für Mainz auf Rot zu springen – es gibt zu viele Neuinfektionen. – Foto: gik

Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) hatte es schon am Freitag geahnt: „Wir gehen davon aus, dass die Zahl weiter steigt, die Situation ist eine gefährliche“, sagte der OB bei der Verkündung der Alarmstufe Orange. In den vergangenen Tagen waren die Neuinfektionen mit dem Coronavirus ständig weiter in die Höhe geschnellt: Erst waren es 37, dann 40, am Freitag schon 45 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage – die sogenannte 7-Tages-Inzidenz gilt derzeit als wichtigster Warnwert für die Entwicklung der Infektionen.

Am Sonntag meldete dann das Mainzer Gesundheitsministerium: Mainz liege inzwischen bei 57 in der 7-Tages-Inzidenz, und habe damit „den Signalwert des Corona-Warn- und Aktionsplans überschritten.“ Damit steht die Warnampel in Mainz nun auf Dunkelorange – auf Rot springt sie erst, wenn fünf Tage in Folge die 7-Tages-Inzidenz über 50 liegt. Mainz hatte am Freitag mit Geltung vom Samstag bereits ein Alkoholverkaufsverbot ab Mitternacht bis 6.00 Uhr morgens sowie eine Beschränkung von privaten Parties sowie von Veranstaltungen im öffentlichen Raum verhängt – mehr dazu lest Ihr hier.

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Die zweite Corona-Welle rollt: Karte der Corona-Neuinfektionen im Schnitt der vergangenen 7 Tage. - Quelle: Heute.de
Die zweite Corona-Welle rollt: Karte der Corona-Neuinfektionen im Schnitt der vergangenen 7 Tage. – Quelle: Heute.de

Damit bewegen sich die Neuninfektionen weiter im explosionsartigen Anstieg, es droht eine Rückkehr zu exponentiell steigenden Zahlen – und damit eine Überlastung des Gesundheitswesens. In Rheinland-Pfalz wurden am Wochenende insgesamt 202 Neuinfektionen gemeldet. Bundesweit stieg die Zahl der Todesfälle in der Folge von Covid-19 übrigens nach Zählung der Johns-Hopkins-Universität mittlerweile auf 9.621 an – die Zahl der Neuninfektionen war am Freitag bundesweit auf 4.800 hochgeschnellt. Inzwischen gehören zu den rot markierten Corona-Hotspots neben Frankfurt auch der Kreis Groß-Gerau, fast das gesamte Rhein-Mainz-Gebiet befindet sich in der Warnstufe Orange.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mahnte deshalb am Sonntag noch einmal eindringlich zu Vorsicht und Einhaltung der Corona-Regeln: „Die Lage ist ernst, ernster, als diejenigen glauben, die sich nicht an die Schutzmaßnahmen halten“, warnte Dreyer: „Jedem muss klar sein: Das Corona Virus lebt davon, dass es sich von Mensch zu Mensch verbreitet. Nur wenn wir unsere Kontakte reduzieren und die AHA-Regeln befolgen, können wir das Virus „aushungern‘.“

Das Problem der Politik: Das Virus verbreitet sich zunehmend auf diffusen, nicht nachvollziehbaren Wegen, als Hauptgrund gelten derzeit aber vor allem große Familienfeiern, Hochzeiten oder Partys. „Ich bin mir sicher, keiner und keine will der Auslöser für Ansteckungen seiner Freunde, Eltern, Großeltern, Mitschüler oder Kollegen sein“, betonte Dreyer. Auch wenn sie die Sehnsucht nach Normalität und Ausgelassenheit verstehe, so sei jetzt die Zeit, für größte Konsequenz gegenüber den Wenigen, die durch ihr Verhalten riskierten, dass für alle Menschen in ganz Deutschland ein zweiter Lockdown drohe. „Das würde unsere Wirtschaft, die sich gerade erholt, in die Knie zwingen und Kinder und Ihre Familien überaus belasten“, warnte Dreyer: „Wir können das schaffen, wenn alle mitmachen.“

Ein Schweizer Käse mit seinen Löchern zeigt, wie die Corona-Maßnahmen ineinander greifen und so am Ende eine Infektion verhindern. - Grafik: Sketchplanator via Virologedownunder.org
Ein Schweizer Käse mit seinen Löchern zeigt, wie die Corona-Maßnahmen ineinander greifen und so am Ende eine Infektion verhindern. – Grafik: Sketchplanator via Virologedownunder.org

Der SPD-Gesundheitsexperte und Epidemiologe Karl Lauterbrach verbreitete derweil eine Grafik eines australischen Virologen auf Twitter, die anschaulich darstellt, wie die Hygienemaßnahmen ineinandergreifen: Distanz, Lüften, Masken, Handhygiene, frühe Testung von Verdachtsfällen sowie die Nachverfolgun von Infektionsketten könnten zusammengenommen tatsächlich dafür sorgen, dass die Verbreitung des neuartigen Virus gestoppt würden, so die Botschaft. Das sei eine „sehr gute Darstellung, wie die allesamt fehlbaren, aber guten Maßnahmen in der Kombination fast einen perfekten Schutz bringen können“, betonte Lauterbach.

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