Die Videos, die ein Polizeihubschrauber in der Flutnacht des 14. Juli 2021 über dem Ahrtal drehte, erschüttern die Landesregierung in Mainz - doch nun könnte noch ein weiterer brisanter Baustein hinzukommen: Von dem Hubschrauber-Einsatz existieren nicht nur Videos, Fotos und mündliche Berichte der Piloten - sondern auch ein schriftlicher Einsatzbericht. Der Bericht, der Mainz& exklusiv vorliegt, wurde dem Lagenzentrum des Innenministeriums noch in der Nacht übersandt. Doch dem Untersuchungsausschuss blieb er offenbar bis vor zwei Wochen verborgen - dabei hätte er im Aktenbestand des Innenministeriums zu finden sein müssen.

Es könnte eine neue Dimension im Krimi um die verschwundenen Polizei-Videos aus der Flutnacht im Ahrtal bedeuten: Die Hubschrauber-Besatzung des Polizei-Helis hat das Lagezentrum im Innenministerium in Mainz offenbar noch umfassender von seinem Erkundungsflug über der Ahr am Abend des 14. Juli 2021 berichtet, als bisher bekannt. Denn: Neben Videos und Fotos fertigten die Piloten nach ihrem Flug auch einen schriftlichen Einsatzbericht an - und der beschreibt in aller Kürze und zugleich in aller Deutlichkeit die dramatische Lage im Ahrtal.
Es war um 21.23 Uhr am Abend des 14. Juli 2021, als das Lagenzentrum im Innenministerium die brisante Nachricht erreichte: In Schuld an der oberen Ahr wurden gleich mehrere Häuser von den Fluten weggerissen. Im Lagezentrum reagierte man offenbar alarmiert: Gegen 21.30 Uhr bat man das Polizeipräsidium Koblenz, einen Hubschrauber zur Erkundung über das Ahrtal loszuschicken, das geschah auch.
Polizei-Hubschrauber überflog in der Flutnacht die gesamte Ahr
Um 21.35 Uhr wurde ein Hubschrauber der Polizei Rheinland-Pfalz angefordert, bereits um 22.00 Uhr traf der Helikopter am Einsatzort ein - über dem Ahrtal. Das geht aus einem Einsatzbericht zu dem Hubschrauberflug hervor, der der Internetzeitung Mainz& exklusiv vorliegt. Danach überflog der Hubschrauber das gesamte Ahrtal ab 22.00 Uhr, und zwar von der Mündung der Ahr in den Rhein bis hinauf zum Ort Schuld, in dem zu diesem Zeitpunkt die meterhohen Fluten bereits tatsächlich mehrere Häuser mitgerissen hatten.
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