Die Corona-Pandemie hat vieles verändert, dieses hier nicht: Am Sonntag beginnt die Sommerzeit. In der Nacht zum 28. März werden die Uhren damit um 2.00 Uhr um eine Stunde vorgestellt, damit „verlieren“ wir eine Stunde in dieser Nacht. In den sozialen Netzwerken wurde prompt die Frage gestellt, ob wir nicht gleich ein ganzes Jahr nach vorne stellen könnten – dann wäre die Corona-Pandemie schon vorbei… Doch vorerst wird daraus wohl nichts – ebenso wenig wie aus der eigentlich beschlossenen Abschaffung der Sommerzeit.

In der Nacht zu Sonntag wird mal wieder an der Uhr gedreht: Um 2.00 Uhr springt die Zeit auf Sommerzeit. - Foto: gik
In der Nacht zu Sonntag wird mal wieder an der Uhr gedreht: Um 2.00 Uhr springt die Zeit auf Sommerzeit. – Foto: gik

Seit 1980 gilt in Deutschland die Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit, eingeführt einst wegen der Ölkrise – man versprach sich davon Energieeinsparungen, denn nach der Uhrumstellung ist es abends länger hell. Die Zeitverschiebung ist heftig umstritten, Mediziner geben jedes Jahr Tipps, wie man die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus am besten bewältigt, was bei Tieren zu beachten ist und vieles mehr.

Tatsächlich aber hat das Mehr an Helligkeit und Licht eigentlich eine positive Auswirkungen auf den Organismus, fördert gute Laune und lässt uns hoffnungsfroher auf den Sommer hoffen – Dinge, die wir im zweiten Frühling unter Corona-Bedingungen dringend gebrauchen können.

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Titelseite der linken Tageszeitung taz zur Zeitumstellung im Coronajahr 2021. - Foto: gik
Titelseite der linken Tageszeitung taz zur Zeitumstellung im Coronajahr 2021. – Foto: gik

Eigentlich aber sollte das Hickhack um die Zeitumstellung eigentlich längst ein Ende haben: Im August 2018 hatte die Europäische Union ihre Bürger befragt, ob sie die Uhrumstellung beibehalten wollte oder nicht – das Ergebnis war eindeutig: 84 Prozent stimmten für eine Abschaffung von Sommerzeit und Winterzeit. An der Abstimmung hatten sich so viele EU-Bürger beteiligt wie bei keiner Abstimmung zuvor, mehr als Dreiviertel (76 Prozent) bewerteten die halbjährliche Zeitumstellung als „sehr negative“ oder „negative“ Erfahrung – die meisten Teilnehmer kamen aus Deutschland.

Am 26. März 2019 beschloss daraufhin das EU Parlament mit großer Mehrheit die Abschaffung der Zeitumstellung – passiert ist seither: nichts. Denn jetzt müssten die Mitgliedsstaaten alle einzeln für sich entscheiden, ob sie dauerhaft die Sommerzeit oder die Winterzeit beibehalten wollen – es droht ein Flickenteppich von Zeitzonen innerhalb Europas. Wie es weitergeht, ist bislang völlig unklar, und dabei sollte die letzte Zeitumstellung eigentlich im Jahr 2021 erfolgen.

Der Trick mit den Gartenstühlen - so merkt Ihr Euch, in welche Richtung die Uhren gestellt werden. - Foto:; gik
Der Trick mit den Gartenstühlen – so merkt Ihr Euch, in welche Richtung die Uhren gestellt werden. – Foto:; gik

So wird uns die Uhrumstellung alles halbe Jahr wohl noch eine Weile erhalten bleiben, damit Ihr Euch besser merken können, wann die Uhr vor, und wann zurück gestellt wird, verraten wir Euch hier noch mal unserer Lieblings-Eselsbrücke: die mit den Gartenstühlen. Die stellt man hinaus, wenn es wärmer wird – also VOR die Tür. Und im Winter holt man die Stühle wieder hinein – man stellt sie also ZURÜCK. Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen 😉 Zurück holen wir uns die eine Stunde übrigens in der Nacht zum 31. Oktober 2021.

Info& auf Mainz&: Die ganze Geschichte der Sommerzeit könnt Ihr hier bei Wikipedia nachlesen.

 

 

1 KOMMENTAR

  1. Es gibt nur eine wahre Zeit, die astronomische Zeit der Sonnenuhr. Die mitteleuropäische Normzeit, auch Görlitzeit genannt, ist im Bereich der Rheinlinie fast eine halbe Stunde falsch und die Sommerzeit sogar 1:30 Stunden. Weiter westlich, also in Frankreich und Spanien, ist die Abweichung weitaus größer. Deshalb galt z.B. in Frankreich lange Jahre die viel passendere Greenwich-Meantime. Weil wir nun mal eine Zeitvorgabe brauchen, auch wenn diese noch so mangelhaft ist, kann es ganzjährig bei der nur halbwegs richtigen Winter-Normalzeit ebenso bleiben wie bei der noch falscheren Sommerzeit. Wir müssen uns nur daran gewöhnen, im Sommer den eigenen Tageslauf anstatt um 6 Uhr bereits um 4 Uhr zu starten, so wie es die Vögel abhängig vom Sonnenstand schon immer halten. Idealer Kompromiss wäre die Greenwich-Time ganzjährig für die gesamte EU.

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