Mainz hat wahrlich nicht das schönste Stadtbild aller Städte, dem Zweiten Weltkrieg geschuldet sind Bausünden, Nachkriegsbauten und viele Brüche im einstmals Goldenen Mainz. Diesen Brüchen im Stadtbild geht derzeit eine Gesprächsreihe im Landesmuseum nach: Pararellel zur Sonderausstellung „Mainz – ein Blick, viele Ansichten“ wird der Wandel des Stadtbildes in verschiedenen Veranstaltungen thematisiert – hochaktuell ist das. Am Dienstagabend, dem 11. Oktober geht es nun um „Rekonstruktionen“ und die Frage: Ist das „wiedergewonnene oder gefälschte Geschichte?“

Markthäuser
Attrappe, Rekonstruktion, wiedergewonnene Geschichte? Die Mainzer Markthäuser gehören sicher zum Thema Rekonstruktion im Mainzer Stadtbild – Foto: gik

Die Reihe wird organisiert von der Architektenkammer und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (GDKE) und dreht sich um den Themenkomplex Stadtplanung, -entwicklung, -gestaltung und Denkmalpflege. Am 11. Oktober geht es um die Frage des Attrappenkultes, eingeleitet wird die Gesprächsrunde mit einem Impulsvortag der Landeskonservatorin Roswitha Kaiser.

Anschließend diskutiert sie mit der Frankfurter Architektin Astrid Wuttke, dem Historiker und Ingenieur Björn Wissenbach sowie dem Denkmalpfleger Hartmut Fischer die Fragen: Sind Rekonstruktionen ein legitimes Mittel der Stadtsanierung, um Lücken zu schließen und eine menschlichere Stadt zu gestalten? Oder wird hier lediglich eine heile Welt vorgespielt, die so nie existiert hat? Es moderiert Martin Bredenbeck vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln.

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Gestartet war die Reihe am 4. Oktober mit dem Thema „Wiederaufbau der Nachkriegszeit: Bewahrung – Brüche – Wandlungen“ und der Diskussion um die umstrittenen Kontraste zwischen Alt und Neu, die im Zuge des Wiederaufbaus durch schnelle Notlösungen entstanden. Abgeschlossen wird die Gesprächsreihe am 25. Oktober mit dem Thema „Bunt wie das Leben? Farbe in der historischen Stadt“.

Blick vom Schillerplatz in die Ludwigsstraße, März 1965. Pavillon im Vordergrund: Modehaus Theiss (Ludwigsstraße 2).
Mainzer Stadtbild: Die LU im März 1965. – Foto: hans Armster

Professor Gerhard Meerwein wird dann nach seinem Impulsvortrag mit Professor Markus Schlegel von der Hochschule Hildesheim, Georg Peter Karn von der Landesdenkmalpflege sowie Sabine Guttmann vom Stadtplanungsamt Frankfurt diskutieren, die Moderation hat Annette Müller von der Architektenkammer Rheinland-Pfalz. Es geht dann um Fragen wie: Sollen sich Fassaden harmonisch in das Gesamtbild einfügen oder sind sie berechtigter Ausdruck individueller Freiheit? Und welche Bedeutung hat der historische Farbkanon in einer gewachsenen Stadt?

Info& auf Mainz&: Die Gesprächsrunden sind Teil des Rahmenprogramms zur Sonderausstellung „Mainz – ein Blick, viele Ansichten“ und finden jeweils dienstags am 11. und 25. Oktober um 18.00 Uhr im Forum des Mainzer Landesmuseums statt. Der Eintritt ist frei.

1 KOMMENTAR

  1. Und schon sind wir wieder bei der Lu …
    Ihre Weite – vor allem generiert durch die Plätze zwischen Pavillons –
    ist ein wesentlicher Teil des Mainzer Stadtbildes.
    Und es kann doch auch keine unlösbare Aufgabe sein diese wieder mit leben zu füllen.

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